Der kleine Mann und seine Tomaten

Weißt du was das deprimierende an dieser Welt ist?
Es ist alles. Das ganze System, kann auf Dauer nicht funktionieren. Es macht unglücklich…

Manchmal wünschte ich, irgendetwas würde vom Himmel fallen und die ganze Welt verändern. Alle müssten von vorne Anfangen. Jeder mit den selben Chancen.
Das Geld muss verschwinden.
Man hat in dieser Welt einfach keinen Bezug mehr zu dem was man tut.

Vielleicht klingt es für viele Ohren altmodisch, aber ich bin für den Tauschhandel.
Wenn ich zum Beispiel wüsste, dass ich im Garten Kartoffeln anpflanze, um diese dann gegen Dinge zu tauschen die ich brauche, dann würde ich es lieben Kartoffeln anzupflanzen. Ich wüsste wieso ich es tue. Jeder würde das tun was er kann, um das zu bekommen, was er braucht. So sollte die Welt funktionieren.
Es hätte weitere Vorteile… Es gäbe keinen Überschuss von irgendetwas. Alles hätte seinen Ausgleich. Und viele, zu mindest ich, wäre um einiges glücklicher.
Ich tue das, was ich tue, weil ich brauche, was ich brauche.
Im Gegensatz dazu macht es überhaupt keinen Sinn, in einem Büro am Telefon zu sitzen und Menschen anzulügen. Das allein dient zu dem Zweck das die Person, die hinter dem Ganzen steht, mehr Geld bekommt. Und wozu? Würde es nicht völlig ausreichen wenn jeder das hätte, was er braucht?
Das ist das Problem an Geld. Jeder braucht es, um das zu bekommen was er braucht. Und im Gegensatz zu Lebensmitteln, und anderen lebensnotwendigen Dingen, will jeder der es hat mehr davon.
Jeder will einen Überschuss.
Würdest du dir jemals 20 Packungen Brot, als einzelne Person in den Schrank legen? Das Brot würde verschimmeln, bevor du überhaupt die Hälfte gegessen hättest. So viel brauch man nicht. Aber Geld. Geld wird nicht schlecht. Und deswegen produziert jeder der noch produziert, mehr, mehr und mehr. In der Hoffnung jeder kauft, kauft und kauft.
So haben wir nur Überschuss. Überschuss an Nahrung, Überschuss an allem. Und bei Manchen, einen großen Überschuss an Geld. Dieses Geld fehlt aber. Da überall dieser Überschuss ist, kann sich kein kleiner Mann mehr hinstellen und seine 10 Tomaten verkaufen.
Die wird er nämlich nicht los.
Weil der große Konzern bereits 10 Millionen Tomaten bereitstellt. Für wenig Geld.
Also muss sich dieser kleine Mann bei diesem großen Konzern an den Schreibtisch setzen und ausrechnen wie viele Tomaten übrig bleiben, wenn 1 Millionen verkauft wurden. 9 Millionen. Dies schreibt der kleine Mann dann auf. Dieser kleine Mann schreibt jeden Tag auf wie viele Tomaten weg geschmissen werden.
In einer guten Welt, würde dieser kleine Mann nicht rechnen müssen. Er würde jeden Tag 21 Tomaten pflücken, 20 tauschen und eine essen. Und er hätte alles was er bräuchte.
In der Realität aber, darf dieser kleine Mann keine von den 9 Millionen weg geschmissenen Tomaten essen. Weil dies zur Verwirrung in der „Buchhaltung führt“.
Seine Aufgabe ist abschreiben. Tag ein, Tag aus. Und welchen Bezug hat das, zu dem was er braucht? Wofür er das tut? Keinen mehr.
Ich könnte mich noch stundenlang aufregen. Zum Beispiel, dass es früher darum ging, glücklich und zufrieden, statt reich zu sein.
Oder, dass dieser kleine Mann einst vor langer Zeit,  sich einen freien Platz hätte suchen können, sich sein Häuslein bauen können vor dem er die frischen und vor allem nicht verseuchten Tomaten hätte anpflanzen können.
Und ich schwöre dir, er wäre um einiges glücklicher damit, den Erfolg seiner Arbeit zu sehen, statt die 9 Millionen weg geworfenen Tomaten auf einem Blatt Papier.